Fauna und Flora am Heldrastein

Ei­ne Be­stands­auf­nah­me al­ler Kost­bar­kei­ten aus der Tier- und Pflan­zen­welt wür­de den Rah­men die­ser Sei­te spren­gen. Da­her sol­len an die­ser Stel­le le­dig­lich Hin­wei­se ge­ge­ben wer­den, wie sich der Wan­de­rer auf den nach­fol­gend be­schrie­be­nen Wan­der­we­gen die Na­tur er­schließen kann.
 
Es wird drin­gend emp­foh­len, die We­ge nicht zu ver­las­sen, da das ge­sam­te Are­al des Hel­dra­steins als Na­tur­schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen ist und folg­lich in die­sem Be­reich be­son­de­re Schutz­vor­schrif­ten gel­ten.
 
Ei­ne Be­son­der­heit bie­tet sich auf der Wan­de­rung ent­lang des ehe­ma­li­gen Grenz­strei­fens an der Bun­des­straße 7 bei If­ta hin­auf zum Hel­dra­stein: In die­sem Ge­biet sie­del­ten sich Pio­nier­pflan­zen nach dem Rück­bau der Grenz­an­la­gen an. Ob­wohl der Be­reich bei der Mi­nen­su­che mehr­fach um­ge­pflügt wur­de, be­sie­deln im­mer wie­der Pflan­zen oh­ne mensch­li­ches Zu­tun die­se Öde. Eben­falls oh­ne mensch­li­chen Ein­griff wer­den die Le­bens­räu­me be­stimm­ter Pflan­zen aber auch ein­ge­engt. Bei­spiels­we­ise wuch­sen auf der großen Gras­flä­che am ehe­ma­li­gen Grenz­zaun noch vor ei­ni­gen Jah­ren Or­chi­deen. Heu­te fin­det man in dem Ge­biet le­dig­lich ei­nen für die­se Pflan­zen un­durch­dring­li­chen Alt­gras­tep­pich. Vor der Wen­de brann­ten die Grenz­trup­pen im zei­ti­gen Früh­jahr das al­te trockene Gras ab, die da­bei ent­ste­hen­de Asche dien­te als Dün­gung der Wie­se. An­schließend wur­de die Wie­se von Scha­fen be­wei­det. Da heu­te das Ab­bren­nen von Wie­sen in Thü­rin­gen ver­bo­ten ist und kei­ne Be­wei­dung mehr statt­fin­det, ver­filzt der Gras­tep­pich im­mer mehr und ver­hin­dert die Po­pu­la­ti­on an­de­rer Pflan­zen.
 
Breitblättriges KnabenkrautDer durch das Mel­men­tal ver­lau­fen­de Wander­weg führt den Wan­de­rer an ei­ner be­son­ders reich­hal­ti­gen Flo­ra vor­bei.
In I­fta kann man die un­ter Na­tur­schutz ste­hen­de Wa­chol­der­hei­de be­trach­ten. Um in­te­res­sier­ten Wan­der­freun­den den Wa­chol­der nä­her zu brin­gen, wur­de ein Na­tur­lehr­pfad an­ge­legt. Den Aus­gangs­punkt des Lehr­pfa­des er­reicht man, in­dem man sich von If­tas Orts­mit­te in Rich­tung Vol­te­ro­da­er Weg zur B 7 be­gibt und die­se dann über­quert. An ei­nem Laub­misch­wald ent­lang, dem Kirch­holz, führt der Weg vor­bei an Sitz­grup­pen mit Blick auf If­ta und Lehr­ta­feln zur Wa­chol­der­hei­de Schutz­wald. Auf der Weg­strecke dort­hin las­sen sich so­wohl hü­gel­bau­en­de Wald­amei­sen als auch die un­ter Na­tur­schutz ste­hen­de Sil­ber­di­stel und an­de­re ge­schütz­te Pflan­zen be­ob­ach­ten. Ent­sprech­end dem vor­herr­schen­den Baum­be­stand gibt es am Än­ger­chen ei­ne In­for­ma­ti­ons­mög­lich­keit über die ein­hei­mi­schen Na­del­höl­zer. Über das Her­ze­täl­chen ge­langt man zu­rück nach If­ta. Nimmt der Wan­de­rer statt des­sen den aus­ge­schil­der­ten Weg zum Hel­dra­stein, kann er reich­lich Pflan­zen be­wun­dern, die vom Früh­jahr bis zum Herbst blü­hen und da­durch vie­le In­sek­ten und Klein­tie­re er­näh­ren.
 
Türkenbund-LilienBe­son­ders häu­fig trifft man in den Bu­chen­wäl­dern des Hel­dra­steins auf das im Früh­ling blü­hen­de Le­ber­blüm­chen. Nur kur­ze Zeit spä­ter wird der blaue Tep­pich des Le­ber­blüm­chens durch die weißen Blü­ten des Busch­wind­rös­chens ab­ge­löst, durch­setzt mit dem blau-vio­lett blü­hen­den Früh­lings­platt­erb­sen.
 
Im Mai über­wiegt der Wald­mei­ster und ver­strömt sei­nen Duft. Er wur­de frü­her in großen Men­gen ge­sam­melt und für die Zu­be­rei­tung von Mai­bow­le ver­kauft. An den lich­ten Stel­len im Wald fin­den sich Tür­ken­bund­li­lie und Sa­lo­mon­sie­gel. Am ehe­ma­li­gen Grenz­strei­fen blü­hen ei­ni­ge Ar­ten des Kna­ben­krau­tes.
 Waldmeister
Ein Wan­der­weg von der Kai­ser­lin­de in Schnell­manns­hau­sen führt am Bach ent­lang über die Preußische Spar­kas­se, ei­ner gefaß­ten Quel­le im Wald­tal, zum Quell­ge­biet im Mer­tals­rain, wo ty­pi­sche Sumpf- und Moor­pflan­zen an­zu­tref­fen sind. Nicht weit da­von be­ginnt das Na­tur­schutz­ge­biet Mer­tels­tal, wo Freun­de hei­misch­er Or­chi­deen auf ih­re Ko­sten kom­men. Die schön­sten Ex­em­pla­re ste­hen di­rekt am We­ges­rand, so daß ein Ver­las­sen des Wan­der­we­ges völ­lig un­nö­tig ist.
 

Die Tier­viel­falt im Be­reich des Hel­dra­steins ist auch heu­te noch groß: Edel­mar­der, Stein­mar­der, Fuchs, Reh, Ha­se, Wild­schwein und Ha­sel­maus ge­hö­ren zu den hier be­hei­ma­te­ten Säu­ge­tie­ren. Des wei­te­ren sind bei den Vö­geln die Ga­bel­wei­he, der Wan­der­fal­ke, der Bus­sard, der Hüh­ner­ha­bicht, der Sper­ber, der Wald­kauz, der Stein­kauz und die Rin­gel­tau­be an­zu­tref­fen. Ab und zu ist ein Uhu zu se­hen, der aber hier nur auf Beu­te­zug geht und in den Wäl­dern zwi­schen Wen­de­hau­sen und Fal­ken zu Hau­se ist. An son­ni­gen Stel­len in den Stein­hal­den trifft man auf Kreuz­ot­tern und Rin­gel­nat­tern. Erd­krö­ten und Frö­sche kom­men zum Lai­chen an die Was­ser­stel­len na­he den Quel­len am Fuße des Hel­dra­steins. Auch der Feu­er­sa­la­man­der ist kei­ne Sel­ten­heit am Hel­dra­stein. Spal­ten und Höh­len des Mu­schel­kalk­fel­sens be­her­ber­gen Fle­der­mäu­se, die an war­men Som­mer­aben­den ih­re Krei­se zie­hen.