Hüneburg und Pfalzburg

Hüneburg
In den Jah­ren 1934 und 1935 wur­den beim An­le­gen der Fun­da­ment­grä­ben für das Wo­chen­end­haus des Pfar­rers Schulz auf der Hü­ne­burg Fun­de ge­bor­gen, die der da­ma­li­ge Tref­fur­ter Mu­se­ums­lei­ter als Spinn­wir­tel, Ton­scher­ben und Am­boß­stein iden­ti­fi­zier­te.Spinnwirtelfund auf der Hüneburg Es wur­den sechs Wohn­gru­ben ge­fun­den, von de­nen vier zer­stört bzw. durch die Aus­schach­tungs­ar­bei­ten be­ein­träch­tigt wa­ren. Die Gru­ben reich­ten bis zu ei­ner Tie­fe von 1,5 m in den Erd­bo­den. An Lehm­brocken wa­ren Ab­drücke des Flecht­werks zu er­ken­nen, die als Re­ste des Wand­be­wurfs zu deu­ten sind. Die Über­re­ste des tö­ner­nen Ge­schirrs be­stan­den aus dick­wan­di­gen dunk­len Ton­scher­ben mit ein­ge­la­ger­ten Quarz­kör­pern; sie ge­hör­ten zu großen ku­ge­li­gen Ge­fäßen und wa­ren wohl für die Auf­be­wah­rung von Trink­was­ser und Le­bens­mit­teln be­stimmt. An­de­re Scher­ben wa­ren dünn­wan­dig und wie­sen pro­fi­lier­te Rand­for­men auf. Sie ge­hör­ten zu Ge­brauchs­ge­schirr, das kaum ver­ziert war. Vor­han­de­ne Or­na­ment­mu­ster be­stan­den aus ein­fa­chen For­men von Fin­ger­na­gel­tup­fen.
Scher­ben mit Griff­zap­fen statt der heu­te üb­li­chen Hen­kel so­wie Scher­ben mit ei­ner Quer­lo­chung im Griff­zap­fen - zum Ein­fä­deln ei­nes Strickes - be­fan­den sich eben­falls un­ter den Fun­den.
Lageplan der Gebäude auf der HüneburgDa an der Ost- und teil­wei­se an der Nord­sei­te der Hü­ne­burg der Fels steil ab­fällt, ist der Zu­gang nur vom Hel­dra­stein­pla­teau aus mög­lich. Die Hü­ne­burg, auch Kon­stein ge­nannt, kann vom Hel­dra­stein über eine schma­le Sen­ke er­reicht wer­den. In dem an­stei­gen­den Ge­län­de zur Hü­ne­burg ver­läuft quer ein deut­lich er­kenn­ba­rer Gra­ben. Die­ser ist Teil ei­ner al­ten, sei­ner­zeit kaum ein­nehm­ba­ren Wehr­an­la­ge. Ein ca. 150 m lan­ger Wall mit ei­nem vor­ge­la­ger­ten Gra­ben schütz­te die Hü­ne­burg. Der Wall ist als Rest ei­ner Holz-Er­de-Mau­er zu deu­ten, die aus ei­nem Holz­bal­ken-Ge­rüst be­stand, das mit Stei­nen und Er­de aus­ge­füllt war. Der­ar­ti­ge Kon­struk­ti­on­en sind von zeit­glei­chen An­la­gen her be­kannt. Der da­vor lie­gen­de Gra­ben bil­de­te ein zu­sätz­li­ches An­nä­he­rungs­hin­der­nis.
Auf­grund der am Hel­dra­stein ver­lau­fen­den Grenz­si­che­rungs­an­la­gen der DDR, die in die­sem Be­reich aus ei­nem Dop­pel­zaun mit da­rin lau­fen­den Hun­den be­stan­den, sind die Spu­ren der Ver­gan­gen­heit stark ver­wischt wor­den. Den Fun­den und der Form der An­la­ge nach han­delt es sich bei der Hü­ne­burg um eine größe­re Hö­hen­burg der thü­rin­gi­schen Kul­tur aus der frü­hen Ei­sen­zeit (ca. 7. bis 6. Jahr­hun­dert v. Chr.). Ein Teil der ge­fun­de­nen Ke­ra­mik weist auf ei­ne Neu­be­set­zung und ei­nen Aus­bau der Be­fe­sti­gung im spä­ten Mit­tel­al­ter, et­wa 13./14. Jahr­hun­dert, hin.
Die Hü­ne­burg ist als Teil des Hel­dra­steins gern be­suchtes Aus­flugs­ziel und in Wan­der­kar­ten so­wie -füh­rern er­wähnt. Das thü­rin­gi­sche Lan­des­amt für Ar­chäo­lo­gi­sche Denk­mal­pfle­ge stell­te sie vor ei­ni­gen Jah­ren un­ter Schutz.
 
Pfalzburg
Die Pfalz­burg be­fin­det sich ca. 1500 m süd­lich von Groß­bursch­la auf ei­nem nach Nor­den hin ab­fal­len­den Sporn des Hel­dra­stein-Mas­sivs.
Die früh­ge­schicht­li­che An­la­ge ist be­quem zu er­rei­chen, wenn man vom Park­platz an der Hel­dra­stein­quel­le (an der Straße zwi­schen Groß­bursch­la und Schnell­manns­hau­sen ge­le­gen) bis zum Kamm des Sporns folgt. Deut­lich sicht­bar sind dann die Grä­ben, die zur Wall­an­la­ge die­ser früh­ge­schicht­li­chen Burg ge­hö­ren. Die land­wehr­ar­ti­ge Be­fe­sti­gung ver­läuft als Wall-Gra­ben in Ost-West-Rich­tung, na­he der Hel­dra­stein­quel­le be­gin­nend, die Straße nach Groß­bursch­la über­que­rend, über den vom Hel­dra­stein aus­ge­hen­den Sporn ober­halb der Wer­ra bei Groß­bursch­la bis dicht hin­unter an das Wer­ra­ufer. Im Sporn­be­reich ist ein 6 bis 8 m brei­ter Gra­ben mit 10 m ho­hem Wall zu er­ken­nen. West­lich der Straße ist die Land­wehr noch si­cher 30 m nach­weis­bar.
Die hier be­schrie­be­ne Land­wehr dürf­te im Zu­sam­men­hang mit den Feh­den des Tref­fur­ter Rit­ter­ge­schlechts ein wirk­sa­mer Schutz nach Nor­den ge­we­sen sein.
Ei­ne pfalz­ar­ti­ge Burg ist je­den­falls durch den Na­men nicht be­leg­bar. Es las­sen sich aber Zu­sam­men­hän­ge mit der zu­vor be­schrie­be­nen An­la­ge der Hü­ne­burg und den Bur­gen Boy­ne­burg und Gra­burg ver­mu­ten.